meine Flucht mit dem Faltboot über die Ostsee

Die Fluchtnacht

Die Flucht in der Nacht vom 10.zum 11.11.1981

Wohlenberger Wieck
unser Faltboot

Zu meinem*Mittäter*habe ich leider keinen Kontakt mehr.Also schreibe ich über meine Flucht.Vielleicht  möchte er auch nicht hier auftreten. Geplant war die Flucht mit meinem Kumpel,der aber aus familiären Gründen nicht mehr wollte.Geplant haben wir die Flucht noch gemeinsam,eingesprungen ist dann ein anderer Kollege Wir brauchten ein Auto,aber woher?Die einzige Autovermietung der DDR,war in Ostberlin.Wir haben dort dann auch ein Moskwitsch(Auto)bekommen,für eine Woche.Also nicht viel Zeit,um einen guten Platz zu finden.arbeiten war die Woche nicht drin,wir waren ja jeden Tag an der Ostsee.In der Nähe von   Wismar haben wir dann auch den richtigen Platz gefunden.Nun brauchten wir*nur noch gutes Wetter*.Die Zeit wurde knapp,das Auto hatten wir ja nur eine Woche.Wir wollten ja nicht als Autodiebe in den Knast.Aber wir hatten Glück,die See war spiegelglatt.Faltboot ins Auto und los.Proviant(Sekt und Wurst)  und ein Kompass waren natürlich auch dabei.Dann wurde es ernst,das Boot war aufgebaut(das Aufbauen im  Dunkeln haben wir oft geübt)und nur noch so 200 Meter bis zum Strand.Aus den Büschen raus,rein ins Wasser.Gleich unser erstes Pech,eine Rückenlehne war beim Einsteigen gebrochen.Reparatur?Nein keine  Zeit.Unser Boot schwimmt,und wir paddeln sehr leise und vorsichtig,aber doch schnell.Wir wollen schnell  aus der Bucht raus.Ab und zu kam der Mond durch,wir konnten dann Land sehen(noch DDR leider). Vielleicht konnte man uns dann auch sehen.Die Bucht hatten wir geschaft,die See war noch ruhig.Nur eine  Sandbank war im weg,wir sind aufgelaufen.Die Sandbank war wohl ein Ruheplatz von irgendwelchen Vögeln.Wir haben sie aufgescheucht und den Rückwertsgang eingelegt.Wir sind dann aber schnell weiter   gekommen.westlich von uns haben wir die Umrisse eines Patrouillenboots gesehen.Wir mussten erstmal weiter in Richtung Norden.Vom Land aus wurde die See manchmal mit starken Scheinwerfern abgesucht.   Wenn es wieder so weit war,und wir den Scheinwerfer sahen,haben wir unser Boot parallel zum  Lichtschein gelegt und uns klein gemacht.Irgendwann haben wir dann keine Scheinwerfer und kein Patrouillenboot mehr gesehen.Wir sind dann immer RichtungWesten gepaddelt.Die Kräfte ließen nach, haben immer mehr Pausen gemacht.Weit vor uns haben wir ein Blinklicht gesehen,eine Boje.Später sahen   wir auch ein Fährschiff(so meinten wir)mit Festbeleuchtung.Es konnte nicht mehr weit sein,aber wir kamen nicht mehr so recht vorwärts.Wir hatten keine Kraft mehr.Langsam wurde es hell,und das war unser Ende.Wir waren nun von 22°°Uhr bis so ca.8°°Uhr mit unseren Boot auf der Ostsee.(Laut Anklageschrift waren wir 6000 Meter außerhalb der DDR Gewässer) Die Kommunisten hatten uns gesehen,sie kamen mit Volldampf und standen mit Maschinenpistolen an  Deck.Was sind wir bloß für gefährliche Verbrecher.An Deck mussten wir uns dann im liegen ausziehen. Nach dem sie keine Bombe oder so was gefunden haben,durften wir unsere nassen Sachen wieder anziehen.Unter Deck,die erste Zelle,dort wurde erstmal die Heizung abgedreht.Nach einiger Zeit fragten wir nach Zigaretten.Der einfache Marinesoldat der uns bewachte,wagte es zu fragen,ob wir rauchen dürfen.Ein Offizier hat dann einen Anfall bekommen,der Soldat wurde dann wohl auch erst mal weggeschlossen.Nach so zwei drei Stunden waren wir dann an Land.Warum so lange?Sie suchten noch nach weiteren Flüchtlinge,und das im November.So sind wir dann bei der Stasi gelandet.Darüber auf einer anderen Seite

 

 

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